Über lange Phasen unseres Lebens sind wir sicher, wir haben „alles im Griff“. Wir denken, dass wir Einfluss nehmen können, auf unser Umfeld, auf uns selbst, auf unsere Entwicklung. Wir sehen uns manchmal sogar als unverwundbar, so als hätten wir einen Pakt mit dem Schicksal geschlossen.

Dann passiert es: ein Unfall, eine Krankheit, Gewalt, Verletzung, ein belastendes Ereignis, vielleicht sogar der Tod, dringen in unsere heile Welt ein und lassen die schützende Hülle platzen.

In dem Fall ist nichts mehr so, wie es vorher war. Lesen Sie eine kurze Einführung, wie Ihnen Traumatherapie helfen kann, solche Situationen zu bewältigen.

Themen dieses Artikels

Worin können Traumata ihren Ursprung haben?

Trauma TherapieTraumata können Ihren Ursprung in einer Vielzahl von Ereignissen haben. Ein Trauma ist die Folge einer seelischen Verletzung, z.B. nach:

  • Unfällen, Verletzungen, medizinischen Notfällen
  • sehr starken Belastungen
  • Trennungen, Verlusten
  • Komplikationen bei Narkosen oder Operationen
  • Abortus, schwere Geburten, Todgeburten, Komplikationen bei Geburten
  • schweren Erkrankungen
  • Feuerunfällen oder auch Naturkatastrophen

Jede Person nimmt starke Belastungen verschieden wahr und verarbeitet diese unterschiedlich. Am schwersten verletzt werden wir in Situationen, in denen wir physischer oder psychischer Gewalt ausgeliefert sind, unsere Intimsphäre angegriffen wird. Verletzungen, die dort stattfinden, wo wir uns am sichersten fühlen: in unserer persönlichen Sphäre, in der wir uns sonst frei und selbstbestimmt fühlen dürfen.

  • Wir haben – abhängig vom Alter und unserer bisherigen Entwicklung – Fähigkeiten (Ressourcen) entwickelt, die uns helfen herausfordernde Situationen zu bewältigen.

  • Das Alter im Zeitpunkt der Traumatisierung spielt eine wichtige Rolle. Je jünger man ist, desto verletzlicher ist die Psyche (die Seele).

  • Wenn uns andere Menschen Verletzungen zufügen, wirkt sich das anders aus, als Naturkatastrophen oder Unfälle. Je intensiver und näher die Verbindung zu dem Menschen ist, der uns verletzt, umso stärker wird das Vertrauen in die heile Welt erschüttert.

  • Es besteht eine Abhängigkeit zwischen der Art der Verletzung, der Intensität und ob in der Situation akute Krisenintervention zur Verfügung stand.

Wenn Sie weitere Fragen haben, nähere Informationen wünschen oder direkt einen Termin vereinbarn möchtem, können Sie mich gerne kontaktieren:

Handy: 0699 13126644

Mail: kontakt@psy-betreuung.at

 

Weshalb wirken traumatische Erlebnisse so lange nach?

TraumataGrundsätzlich vergisst unser Gehirn nichts. Auf viele Informationen im Langzeitgedächtnis haben wir nur Zugang, wenn wir einen passenden Schlüssel haben. Das kann zum Beispiel ein altes Schulheft sein. Beim Durchblättern erinnert man sich plötzlich an die Menschen, mit denen man gemeinsam die Schulbank gedrückt hat. Längst „vergessene“ Situationen steigen wieder hoch: wir erinnern uns.

Unser Gehirn verarbeitet Informationen sehr strukturiert. Thalamus, Amygdala, Hippocampus und Großhirnrinde sind jene Bereiche, in denen die Verarbeitung stattfindet. Diese Komplexe sind stark miteinander vernetzt und sind Teilbereiche des limbischen Systems. So wird im Thalamus Motorik, Sensorik und nicht zuletzt die Psyche gesteuert.

Als vielzitierter Torwächter filtert der Thalamus, die über die Sinnesorgane ankommenden Reize und Informationen und leitet sie an die bestimmten Bereiche des Cortex weiter. Vereinfacht könnte man sagen, dass im Thalamus ein ziemlich stabiles „wer mit wem-Verzeichnis“ hinterlegt ist, damit die Informationen zum richtigen Empfänger gelangen.

Im Mandelkernkomplex, der Amygdala, erfolgt die Steuerung vieler autonomer Funktionen und passt diese der aktuellen Situation an (bspw. Atmung und Kreislauf). Hier werden also Ereignisse mit Emotionen verwoben und gespeichert.

Der Hippocampus (Seepferdchen) „lauscht“ über seine Eingänge über das, was im Bewusstsein gerade so abläuft und führt die wesentlichen Informationen in die Großhirnrinde über, wo sie für längere Zeit gespeichert werden.

Bei traumatischen Erlebnissen ist das etwas anders. Sie bleiben, wenn auch oft nur fragmentarisch, gespeichert.

Schon kleinste Auslöser, ein Geruch, ein Musikstück, ein Geräusch, lassen uns das traumatische Erlebnis wiedererleben (Flashback). Das entspringt einem extremen Bedürfnis nach Kontrolle, da wir solche Situationen klarerweise zu vermeiden suchen.

Welche Folgen kann ein Trauma für Betroffene nach sich ziehen?

Traumata können, unbehandelt, lange nachwirken. Wir kennen PanikattackenDepressionen und ganz besonders die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Am Beginn der PTBS steht meist eine akute Krise. Typischerweise folgt sie einem belastenden Ereignis als aufgeschobene Reaktion. Infolge können psychosomatische Erkrankungen auftreten:

  • Depression
  • Angststörung
  • Schmerzen
  • Schlafstörungen
  • Psychosomatische Probleme
  • etc.

Menschen, die solche Erlebnisse nicht bewältigen (können), laufen Gefahr an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zu erkranken. Die Folgen – wenn unbehandelt – können schwere psychische Störungen sein, die sich langfristig entwickeln und möglicherweise auch zur Veränderung der Persönlichkeit führen:

  • ADHS-ähnliche Symptomatik, Konzentrationsprobleme, Schulverweigerung, Schulprobleme, Schlafstörungen

  • Flucht in eine Sucht: Computer, Drogen, Alkohol. Ziel ist Betäubung, um den inneren Schmerz besser zu bewältigen, auszuhalten

  • Vermeidungsverhalten, Ausprägung von Ängsten (Phobien), Schmerzen, psychosomatische Symptome

Die Folge kann eine Abkapselung sein, um die Erinnerung an das fürchterliche Erlebnis und alle damit verbundenen möglichen Trigger auszuschalten. In weiterer Folge leiden Betroffene an Interesse- und AntriebslosigkeitEntfremdung und Distanzverhalten stören das soziale Umfeld, besser gesagt zerstören es.

Trotz aller Vermeidungsversuche kommen die Flashbacks immer wieder, die Angst davor lähmt, es ist das Gefühl, permanent unter Spannung zu stehen. Viele dieser Menschen stehen so in Dauerstress, dass sogar in schwere physische Erkrankungen somatisiert wird.

Welche Möglichkeiten bietet die Traumatherapie?

Leider ist es oft nicht möglich, dass in Notfällen die psychosoziale Versorgung rechtzeitig und ausreichend einsetzt. Die Traumatherapie folgt üblicherweise diesem Ablauf:

  • Vorbereitung: in dieser Phase steht die Vermeidung und der Schutz vor weiteren Traumatisierungen an erster Stelle. Allenfalls medizinische Versorgungjuristische oder soziale Hilfestellungen werden evaluiert und angeboten. Betroffene sollten sich aus traumatisierenden Lebensumständen befreien können. Erst wenn äußere Sicherheit gegeben ist, kann eine erfolgreiche Traumatherapie einsetzen.

  • Stabilisierung: in diesem Schritt, geht es um die innere Sicherheit. Patienten müssen für diese Phase stabil genug sein, um sich der Konfrontation mit dem Trauma zu stellen. Mit besonderen Techniken werden brachliegende Ressourcen aktiviert, auf die während der Therapie zurückgegriffen werden kann. Eine medikamentöse Stabilisierung (Psychopharmaka) kann in dieser Phase hilfreich sein.

  • Trauma Bearbeitung: in dieser Phase stehen die Techniken zur Integration des Traumas im Vordergrund. Hier wurden in den letzten Jahrzehnten viele erfolgversprechende Modelle entwickelt. Zu den standardisierten Techniken, die nur von fachkundigen, speziell ausgebildeten Experten eingesetzt werden, gehören:

    • Brainspotting – David Grand (eine der neueren Methoden)

    • Eye-Movement- Desensitization und Reprocessing (EMDR)

  • Integration: das ist die letzte Phase, die darauf abzielt, das Trauma in das aktuelle Leben zu integrieren. Es geht nicht darum Trauer und Bedauern zu unterdrücken, sondern diese Gefühle als wichtige Erinnerung zuzulassen. Doch das Erlebnis ist vorbei, es gehört der Vergangenheit an, die Neuorientierung kann beginnen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Traumatherapie haben, nähere Informationen wünschen oder direkt einen Termin vereinbarn möchtem, können Sie mich gerne kontaktieren:

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Praxis in 1070 Wien

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